So läuft eine Thermografie
Vier Schritte bis zum Bericht.
Das geht nur im Winter: Zwischen innen und außen müssen mindestens 15 Kelvin Unterschied liegen — bei 20 °C im Haus also höchstens etwa 5 °C draußen. Geflogen wird deshalb von November bis März, in den frühen Morgenstunden. Eine Anfrage außerhalb dieser Zeit ist eine Terminvormerkung für den Winter.
Objekt melden
Adresse, ungefähre Objektgröße und worum es geht — Verdacht auf eine Dämmlücke, Sanierungsplanung oder einfach Bestandsaufnahme.
Termin im Wetterfenster
Geflogen wird von November bis März, früh am Morgen: mindestens 15 K Unterschied, bedeckter Himmel oder Dunkelheit, trockene Fassade, Wind unter 3 m/s. Passt das Wetter nicht, wird verschoben.
Überflug mit Wärmebild
Systematisch mit Wärmebild- und Farbkamera über Fassaden, Dach und Anschlüsse — ergänzt um Aufnahmen vom Boden.
Bericht erhalten
Die Auffälligkeiten mit Position, Wärmebild und Einordnung, als PDF für Ihre Unterlagen.
Das Zeitfenster
Nicht jeder Tag taugt dafür.
Ein Wärmebild lebt vom Temperaturgefälle. Sind die Bedingungen falsch, entsteht ein hübsches buntes Bild ohne jede Aussage — dann fliegen wir lieber gar nicht. Die Aufnahmebedingungen orientieren sich an ÖNORM EN ISO 6781-1:2023-11, der Norm für Infrarotverfahren an Gebäuden; eine zertifizierte Prüfung nach dieser Norm ist der Überflug damit nicht.
Mindestens 15 Kelvin — durchgehend
Zwischen innen und außen müssen mindestens 15 K Unterschied liegen, und zwar über den gesamten Messzeitraum. Bei 20 °C Innentemperatur heißt das höchstens etwa 5 °C draußen. Das Haus soll dabei normal beheizt sein, schon die Tage davor.
November bis März, früh am Morgen
In den frühen Morgenstunden hat sich die Fassade über die Nacht ausgekühlt und der Unterschied ist am größten. Außerhalb dieser Monate ist das Verfahren meist nicht sinnvoll einsetzbar — wer im Sommer anfragt, bekommt keine Absage, sondern eine Terminvormerkung für den Winter.
Bedeckter Himmel oder Nacht
Aufgenommen wird bei bedecktem Himmel oder in der Dunkelheit. Die letzte direkte Sonneneinstrahlung muss mindestens eine Stunde zurückliegen, bei massiven Bauteilen drei Stunden — sonst überdeckt die gespeicherte Wärme der Fassade genau das, was man sehen möchte.
Wind unter 3 m/s, trockene Fassade
Wind gleicht die Oberflächentemperaturen an; ab etwa 3 m/s sind Wärmebrücken nicht mehr sichtbar. Eine nasse Fassade kühlt zusätzlich durch Verdunstung ab. In beiden Fällen wird der Termin verschoben, nicht durchgezogen.
Warum aus der Luft
Auch die Seiten, die man nie zu sehen bekommt.
Dach und obere Geschoße
Traufe, Dachflächen, Gauben- und Kaminanschlüsse und die oberen Geschoße sind von der Straße aus flach angeschnitten oder gar nicht einsehbar. Von oben liegen sie frei.
Wärmebrücken im Zusammenhang
Rollladenkästen, Balkonplatten, Fenster- und Türanschlüsse, Ränder von Geschoßdecken: Aus der Luft sieht man nicht nur die einzelne Stelle, sondern ob sich ein Muster über die ganze Fassade zieht.
Dämmlücken und Feuchtespuren
Fehlende oder verrutschte Dämmung zeichnet sich als zusammenhängender warmer Bereich ab, eine Luftundichtheit als warme Fahne, eine durchfeuchtete Stelle typischerweise kühler als ihre Umgebung.
Bilder mit Position
Jede Auffälligkeit ist am Gebäude zuordenbar. Ihr Baumeister, Ihre Energieberatung oder der Fachbetrieb weiß damit vorher, wo anzusetzen ist — statt die Fassade abzusuchen.
Grenzen
Was eine Thermografie nicht ist.
Der Überflug ist ein bildgebendes Screening. Er zeigt, wo genauer hingesehen werden soll. Die Beurteilung und die Sanierungsplanung bleiben bei Baumeister, Energieberatung oder Sachverständigem — nachzulesen in den Einsatzbedingungen, Punkt 3.6.
Kein Energieausweis
Ein Energieausweis wird aus Bauteilaufbauten und Kennwerten berechnet und von dafür Befugten ausgestellt, nicht fotografiert. Auch eine U-Wert-Messung und eine Blower-Door-Messung der Luftdichtheit ersetzt der Überflug nicht.
Kein Gutachten
Eine Bauschadensbegutachtung nimmt ein Sachverständiger vor. Was wir liefern, sind die Aufnahmen und eine Einordnung dazu — nicht die bautechnische oder rechtliche Bewertung und keine Ursachenfeststellung.
Oberflächentemperaturen, keine Dämmstärken
Ein Wärmebild zeigt, wie warm eine Oberfläche ist. Wie dick die Dämmung dahinter ist oder woraus der Aufbau besteht, sagt es nicht. Ob wirklich eine Wärmebrücke, eine Leckage oder Feuchtigkeit vorliegt, ist vor Ort zu klären.
Nicht jedes Material ist beurteilbar
Glas und blankes Metall haben einen anderen Emissionsgrad und geben vor allem die Umgebungstemperatur wieder. Fensterflächen, Blechverkleidungen und Rinnen sind im Wärmebild deshalb nur eingeschränkt zu beurteilen.
Einsatzgebiet
Zuhause im Waldviertel.
Wir fliegen im Waldviertel und in ganz Niederösterreich, darüber hinaus auf Anfrage. Basis ist Groß Gerungs im Bezirk Zwettl, in der Umgebung ohne Anfahrtskosten.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gebäude-Thermografie?
Muss ich dafür heizen oder etwas vorbereiten?
Ersetzt das den Energieausweis?
Was kostet eine Gebäude-Thermografie?
Braucht es eine Genehmigung für den Überflug?
Was passiert mit meinen Aufnahmen?
Wie lange dauert das vor Ort?
Termin für den Winter vormerken?
Adresse und ungefähre Objektgröße genügen — Sie bekommen ein Angebot, und den Termin legen wir in das passende Wetterfenster.